Die Römer in der Region

Wie lebten die Römer in der Steiermark? Entdecke Geschichte, Siedlungen und die Bedeutung von Flavia Solva im römischen Noricum.

Veröffentlicht am · Aktualisiert am 29. April 2026
Die Römer in der Region
Die Römer in der Region

Von den Kelten zu den Römern

Lange bevor römische Städte und Straßen die Landschaft prägten, war die Region der heutigen Südsteiermark bereits besiedelt. Keltische Stämme lebten hier in kleineren Siedlungen und nutzten die fruchtbaren Böden sowie die wichtigen Handelswege entlang der Flüsse.

Im 1. Jahrhundert nach Christus wurde das Gebiet Teil des römischen Reiches. Die Provinz Noricum, zu der auch die heutige Südsteiermark gehörte, entwickelte sich zu einer wichtigen Verbindung zwischen den Alpenregionen und den südlichen Provinzen des Imperiums.

Mit den Römern kamen neue Technologien, neue Bauweisen und eine neue Form der Stadtplanung. Straßen wurden angelegt, Handel gefördert und Städte gegründet.


Die Gründung von Flavia Solva

In dieser Zeit entstand auch Flavia Solva, eine römische Stadt in Wagna nahe der heutigen Stadt Leibnitz.

Die Stadt wurde vermutlich im 1. Jahrhundert nach Christus gegründet und entwickelte sich schnell zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Region. Händler, Handwerker und Reisende aus verschiedenen Teilen des römischen Reiches kamen hier zusammen.

Wie viele römische Städte war Flavia Solva nach einem klaren Plan aufgebaut: Gerade Straßen, Wohnhäuser, Werkstätten und öffentliche Gebäude bestimmten das Stadtbild. Auch Tempel und religiöse Anlagen spielten eine wichtige Rolle im Leben der Bewohner.


Eine römische Landschaft

Die Stadt war jedoch nur ein Teil einer größeren römischen Kulturlandschaft. Rund um Flavia Solva entstanden weitere Orte, die religiöse, wirtschaftliche oder kulturelle Funktionen erfüllten.

Zu den bedeutendsten Fundorten der Region zählen heute:

  • das Tempelmuseum Frauenberg, ein wichtiger religiöser Kultplatz

  • die Römerhöhle Aflenz, ein Heiligtum des Mithras-Kults

  • zahlreiche römische Grabhügel und Siedlungsreste in der Umgebung

Diese Orte zeigen, dass die Region zur Römerzeit ein lebendiger Teil der Provinz Noricum war.


Spuren einer vergangenen Welt

Mit dem Ende der römischen Herrschaft in der Spätantike verloren viele Städte und Siedlungen ihre Bedeutung. Gebäude verfielen, Materialien wurden wiederverwendet und die Landschaft veränderte sich.

Erst durch archäologische Ausgrabungen wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte sichtbar, wie bedeutend die Region einst gewesen war. Mauern, Keramik, Münzen und Inschriften geben heute Einblick in das Leben der Menschen, die hier vor fast zwei Jahrtausenden lebten.


Eine Vergangenheit neu entdecken

Viele Teile dieser römischen Welt sind heute nicht mehr sichtbar. Archäologische Funde zeigen jedoch, wie die Landschaft einst ausgesehen haben könnte.

Dieses Projekt versucht deshalb, die Geschichte der Region neu erlebbar zu machen – durch historische Informationen, reale Fundorte und digitale Rekonstruktionen.

So entsteht Schritt für Schritt ein Bild der römischen Welt rund um Flavia Solva.